Staffel-Projekt - Teil 5

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Zurück auf Feld 1 oder schon fast am Ziel?

Die P-51 kam wegen ihres ungeeigneten Flugverhaltens für das Staffelfliegen also nicht in Frage. Deshalb habe ich sie intern ausgeschrieben und auch sofort verkaufen können.

Doch wie weiter? Was hat sich seit Juni alles getan?

Ich entschied mich, den Spiess umzudrehen: Es soll nicht einer ein Modell suchen, testen und die anderen überzeugen, sondern umgekehrt! Interessenten sollen mögliche Staffelflieger mitbringen und wir schauen gemeinsam, welcher Flieger sich eignen würde. Das Interesse war erfreulich hoch! Die präsentierten Modelle waren extrem verschiedenen: 1 oder 2-Mot, langsam bis schnell, zum Werfen oder mit Fahrwerk, Prop oder Jet, Antrieb von 3S bis 2x4S…

«Offiziell» an den Start gebracht war die Parkzone Trojan mit 1.1m in meiner Erinnerung zwar gar nicht. Ich durfte aber mal Waltis Exemplar probefliegen und was angenehm überrascht:

  • Günstiger Flieger mit 3S-Antrieb
  • Festes Dreibeinfahrwerk: geht nicht auf den Kopf und wo kein Einziehfahrwerk, da kann auch keines kaputt gehen
  • Keine Landeklappen: sind nicht nötig und können somit auch nicht falsch bedient werden
  • Ein kleiner, einfacher, leichter und günstiger Flieger
  • Starts und Landungen gelingen regelmässig und sicher
  • Sie fliegt vernünftig geradeaus und auch Kurven auf gleicher Höhe zu fliegen ist recht gut möglich.

Was nicht so toll ist:

  • Die Leistung ist nicht berauschend, aber es reicht, um die Kollegen einzuholen
  • Der mit Abstand grösste Nachteil aber ist: sie wird nicht mehr produziert!

Aber dann kommt ihr ebenfalls mit Abstand grösster Vorteil: Sie ist bei einigen Staffelinteressenten bereits vorhanden!

Meiner Meinung nach reichen die Flugleistungen der Trojan für das Erlenen der Staffel-Basics völlig aus. Deshalb entschieden wir gemeinsam, mit ihr die Einführung ins «Stäffele» zu wagen.

Und so machten sich Charly und ich auf die Suche nach 2 gebrauchten Maschinen.  Das wäre wiederum eine eigene Geschichte… Geendet hat sie mit je einem Modell für Charly und mich und 2 Ersatzmaschinen (davon noch eine fabrikneue in der Schachtel) und etwas Ersatzmaterial. Eine davon hat sich Adi gleich geschnappt.

Erste Trainings

Ab Ende August / Anfang September haben sich Charly, Hanspeter Z., Rolf und später auch Adi ziemlich regelmässig zum «Stäffele» getroffen. Die Lernkurve war beeindruckend:

Zuerst musst du lernen, dass der Flieger genau dorthin fliegt, wo du willst, und nicht umgekehrt… Wir übten also zuerst einmal solo, eine einigermassen immer gleiche Volte zu fliegen. Und das auf etwa 5 bis 20m über Grund. Tönt simpel, ist es aber nicht.

Dann zuerst zwei zusammen. …und wieder…und wieder… und wieder…

Das, was wirklich zählt, ist die Zeit in der Luft. So haben wir uns möglichst wöchentlich getroffen und 4 oder mehr Flüge à 8 Minuten durchgeführt, meist mit Wechsel des Leaders. So lernt jeder jede Position mit jedem andern Piloten kennen. Alle fliegen gleich, und doch hat jeder seine individuellen Vorlieben und «Möödeli». Sich darauf einzustellen und daran zu arbeiten ist spannend. Und so verlief das Ganze: Ohne Zwischenfälle, ohne Berührungen.

Dann die ersten Versuche zu dritt, dann zu viert.

Ihr könnt im Video sehen, wie’s Mitte Oktober ausgesehen hat, nach knapp 2 Monaten zusammen Üben: Uns macht’s mächtig Spass.

Übrigens gab’s an jenem Abend bei nicht mehr so tollem Licht und zu fünft (!) die erste Berührung mit abschliessendem Suchspaziergang im Maisfeld in Pistennähe: Weich aufgeschlagen, ausser defekten Propellern und Motorhauben lässt sich alles in kurzer Zeit wieder folgenlos zusammenleimen. Die Trojans haben wegen ihres geringen Gewichts und Geschwindigkeit wenig kinetische Energie. Das ist ein grosser Vorteil in solchen Situationen.

Wie geht’s weiter? Ich denke, wir werden auch an wärmeren Wintertagen schauen, dass wir noch ein paar mal in die Luft kommen, um nicht ganz aus der Übung zu geraten. Im Frühling warten dann Erweiterungen in der Volte und Figuren. Es bleibt extrem befriedigend und spannend.

Übrigens: Weitere Staffelkollegen sind immer immer sehr gerne willkommen!