Erstflug von Martin Näf's E-Flite Carbon-Z YAK 54 erfolgreich

Glaubt man den Herstellerangaben, erhält man für ca. 300.- eine Schaumwaffel, welche auch höheren Ansprüchen genügen sollte. Der erste Eindruck war dann auch durchaus positiv.

Der Flieger kommt sauber verpackt und ist locker an einem Abend zusammengeschraubt - der Kleber bleibt im Schrank. Die Ruder sind einigermassen leichtgängig und schliessen sauber an, die vier Digitalservos hinterlassen einen vernünftigen Eindruck, der Propeller war einigermassen balanciert.

Die vorgegebenen Ruderausschläge sind enorm und lassen auch extremstes 3D-Gehampel zu. Ich habe mich dann primär auf die dokumentierte Low-Rate gestützt und die Maximalausschläge zugunsten von etwas mehr Präzision reduziert - auch so wird mich die High-Rate auf absehbare Zeit noch gründlich überfordern... Negativ aufgefallen sind beim Bau der Propellermitnehmer aus Aluminium, der zu stark angezogen war und dessen Gewinde daher noch etwas Pflege erforderte. Auch das Fahrwerk inspiriert nur bedingt Vertrauen, soll sich aber angeblich durchaus bewähren. Mit dem mitgelieferten Propeller zieht der Motor an einem 4S 3.3Ah LiPo ziemlich genau 60A, was dem maximalen Rating des Reglers entspricht (Peak: 75A) und bei ca. 1.7kg Modellgewicht Leistung im Überfluss verspricht.

So vorbereitet stand ich dann am Samstag kurz nach dem Mittag auf dem Feld und vertrödelte erst noch etwas Zeit beim Fachsimpeln über GPS Tracking und in der Hoffnung, der Wind möge nachlassen. Die Zeit lief schnell davon, der Wind nicht - also ging es zur Sache. Langsam Gas rein, ein wenig Spurkorrektur und der Vogel war in der Luft. Ein paar minimale Korrekturen mit dem Trim auf Höhe und Quer, dann wichen die weichen Knie einem breiten Lächeln. Das Abrissverhalten erwies sich als recht zahm, der Geschwindigkeitsbereich ist weit, und Schub im Überfluss vorhanden. Mit den ersten paar Akro-Übungen hätte ich keinen Wettbewerb gewonnen, bin aber überzeugt, dass die Limiten definitiv beim Pilot und nicht beim Flieger liegen. Die Landung war dank dem Wind etwas zappelig, unter Ausnützung der Pistenlänge aber doch einigermassen sicher - der Flieger quittierte es mit einem begeisterten Kopfstand.

Für den zweiten Flug habe ich dann die Querruder mit noch mehr Expo etwas entschärft, so dass nun auch schön langsame Rollen und fein kontrollierter Kurvenflug leichter von der Hand ging. Bei stets drehendem Wind brauchte es auch diesmal wieder zwei Versuche zur erfolgreichen Landung, aber das tat der Freude keinen Abbruch. Nun riefen Familienpflichten, so dass ich Sohn und Flugzeug schleunigst einpacken musste - weitere Flüge müssen warten.

Ein paar Propeller zum weiteren Fine-Tuning sind bestellt, aber auch mit dem etwas lärmigen Originalpropeller fliegt es sich ganz prima. Die Radverkleidungen kommen demnächst weg, dafür aber vielleicht etwas grössere Räder ran. Sonst aber kommt aus der Kiste heraus ein Flieger, der viel Spass macht und keine grossen Löcher ins Portemonnaie reisst.